Luxury International
Exklusives Interview mit Mario Hintermayer
The Power of Vision
Schon früh versteht Mario Hintermayer, was Mangel bedeutet. Er wächst in einem kleinen österreichischen Dorf auf, in einer Kaufmannsfamilie, in der Geld ständig Thema ist. Nicht, wie man es ausgibt, sondern wie man es spart, damit die nächste Rechnung bezahlt werden kann. Dieser Druck wird zu einem Antrieb. Er will ein Leben aufbauen, das von Freiheit und Verantwortung geprägt ist, nicht von Angst.
Mit 22 eröffnet er einen Lebensmittelmarkt. Als der Standort nur acht Monate später schließt, bleibt er mit fünf Millionen Schilling Schulden zurück. Was wie eine Sackgasse wirkt, wird zum Wendepunkt. Aus den Schulden entsteht ein neues Leben zwischen Monaco, Dubai und Bali, und später eine neue Art, Charity zu denken.
Wie hast Du Deine Kindheit im Dorf erlebt, eher als Begrenzung oder als sicheren Hafen?
Mario Hintermayer: Beides.
Auf der einen Seite war das Dorf ein sicherer Rahmen. Jeder kannte jeden, man half sich, man grüßte sich, es gab klare Werte. Auf der anderen Seite habe ich schon als Kind gespürt, dass diese Welt für mich zu klein ist.
Zu Hause war es das typische Leben kleiner Kaufleute. Viel Arbeit, wenig Freizeit, und ständig ging es um Geld. Nicht im Sinn von „Wie investieren wir klug?“, sondern eher „Wie zahlen wir die nächste Rechnung?“. Diese Atmosphäre prägt dich. Wir hatten immer genug zu essen, aber nie wirklich mehr. Du lernst früh, was Knappheit bedeutet, wenn immer wieder die Frage im Raum steht: „Müssen wir irgendwann das Familienhaus verkaufen?“
Ich war dankbar für die Stabilität, aber tief in mir wusste ich: Eines Tages will ich ein Leben, in dem ich nicht jede Ausgabe dreimal umdrehen muss. Das Dorf war mein Startpunkt, aber innerlich war ich schon unterwegs. Mit 18 habe ich in Saisongebieten in Tirol gearbeitet.
Wann hast Du zum ersten Mal bewusst entschieden: „Ich will finanziell frei sein“?
Mario: Es gab keinen einzelnen Hollywood-Moment. Es war eher eine Reihe von Erfahrungen. Als Junge am Dorf hatte ich gefühlt alles, was ich brauchte: eine große Familie, Sport, und ein Lebensmittelgeschäft, in dem es immer Essen und Süßes gab. Aber je älter ich wurde und je bewusster ich die Probleme meiner Eltern gesehen habe, desto klarer wurde etwas in mir. Ich wusste: Dieses Muster muss bei mir enden.
Irgendwann dachte ich: Wenn ich einmal eine eigene Familie habe, sollen meine Kinder diesen Druck nicht so stark spüren.
Richtig konkret wurde es, als ich selbst Verantwortung übernommen habe, zuerst in Jobs, dann mit meinem eigenen Markt. In dem Moment, in dem Du Verträge unterschreibst, ist Freiheit kein schöner Gedanke mehr. Sie wird sehr real. Ich wollte nicht reich sein, um anzugeben. Ich wollte frei sein, um gestalten zu können, und später auch, um anderen zu helfen.
Als ich die Chance bekam, einen großen Markt zu übernehmen, im Vergleich zu unserem 60-m²-Familiengeschäft, ohne Eigenkapital, aber mit der Aussicht, in 15 Jahren schuldenfrei zu sein, dachte ich: Jetzt ist meine Zeit gekommen.
Was ging Dir durch den Kopf, als Du erfahren hast, dass Dein Supermarkt geschlossen wird?
Mario: Es war der Sommer 1982. Ich wollte eine kleine Eisdiele in den Supermarkt bauen. Dann wurde mir gesagt, dass zwei Manager aus der Zentrale auf dem Weg zu mir sind, um „alles persönlich zu besprechen“.
Sie setzten sich zu mir und sagten, sie hätten sich beim Standort verkalkuliert, aber ich hätte unterschrieben. Und dann kam der Druck: Sie drohten, auch das Geschäft meiner Eltern in einer Nachbargemeinde zu schließen.
Ich dachte: Ich bin noch jung, ich werde irgendwie durchkommen. Aber meine Eltern waren kurz vor der Pension. Ich wollte ihnen das nicht antun, sonst hätten wir als Familie alles verloren.
Alles passierte in einer Nacht. Dreißig Leute, zwei LKW, fünf Stunden später war der Supermarkt leer. Ich hatte keine Zeit, zu verarbeiten, was passiert. Ich hängte nur einen Zettel für meine Kunden hin und machte dann zwei Wochen gar nichts. Der erste klare Gedanke war natürlich: Was mache ich jetzt?
Dann kam dieser Satz in mir: „Okay, das ist passiert. Ich kann es nicht ändern. Aber wie ich darauf reagiere, liegt komplett bei mir.“
Ich eröffnete das kleine Geschäft meiner Eltern wieder, mit dem Ziel, den Umsatz wieder hochzubringen, um es ihnen später zurückzugeben. Das war der Moment, in dem ich von „Warum passiert mir das?“ zu „Was mache ich jetzt daraus?“ gewechselt bin. Dieser Wechsel war entscheidend.
Erinnerst Du Dich an den Moment, in dem Dir die Dimension der fünf Millionen Schulden wirklich bewusst wurde?
Mario: Ehrlich gesagt nicht als ein einzelner Schockmoment. Es ist langsam gekommen.
Ich saß mit den Zahlen da. Fünf Millionen Schilling, damals unvorstellbar. Dreizehn Prozent Zinsen. Keine GmbH. Keine Privatinsolvenz wie heute. Und plötzlich war klar: „Das ist nicht nur eine Zahl auf Papier. Das ist jetzt mein Leben.“
Die ersten Stunden waren schwer. Du stellst alles infrage: deine Entscheidungen, deine Fähigkeiten, deinen Wert. Von außen hörst du Stimmen: „Das war’s. Da kommst du nie wieder raus.“
Genau da habe ich entschieden: Wenn ich jetzt aufgebe, haben alle recht, die gesagt haben, dass ich es nicht schaffe.
Da entstand mein Motiv. Nicht meine Ziele oder Wünsche waren in dieser Phase entscheidend, sondern der Antrieb, zu beweisen, dass sie sich geirrt haben. Ich wollte dem ganzen Dorf zeigen, dass ich es schaffe. In dieser Zeit begann ich, mich mit Wohlstand zu beschäftigen, las alles, was ich in die Finger bekam, und traf die Entscheidung, eines Tages in ein Steuerparadies auszuwandern.
Diese fünf Millionen waren das tiefste Tal meines Lebens, aber auch der Startpunkt für alles, was später kam: Vita-Life, Monaco, Charity, Donvesting, Bali, meine Familie. Ohne dieses Tal hätte ich diese Höhe nie erreicht.
Viele fragen mich: „Mario, wie wäre dein Leben ohne diese Insolvenz verlaufen?“ Ich will gar nicht daran denken. Wahrscheinlich würde ich heute noch in diesem Dorf im Supermarkt sitzen, und dieses Leben, das ich seit so vielen Jahren leben darf, wäre an mir vorbeigezogen wie ein Film im Kino.
Die Kraft der Vision Boards
Wann hast Du Dein erstes Vision Board gemacht, und was war das erste Bild darauf?
Mario: Dieses erste Vision Board entstand mitten im Chaos. Schulden, Unsicherheit, keine klare Zukunft. Ich merkte: Wenn ich nur auf das schaue, wie mein Leben gerade aussieht, verliere ich Kraft. Also musste ich anfangen, auf das zu schauen, wie es einmal sein kann. Ich habe schnell gelernt: Energie folgt der Aufmerksamkeit.
Das erste Bild war das Meer. Für mich stand es für unendliche Freiheit. Ich klebte auch eine glückliche Familie mit Kindern drauf. Ich setzte viele kleine Ziele, weil das Unterbewusstsein Training braucht. Wenn alle Ziele zu groß sind und du selbst nicht daran glaubst, wird es schwer.
Mein Traumauto damals war auch dabei, ein Mercedes 500 Cabrio. Ich schrieb „5.000.000“ auf und machte aus dem Minus davor gedanklich ein kleines Plus. Auf einmal war es leichter zu visualisieren. Ich musste nicht mehr ständig auf diese riesige negative Summe starren. Ich dachte: „Mario, diesen kleinen Strich, den kannst du ändern.“
Mit den Jahren wurden die Bilder konkreter. Ich visualisierte ein bestimmtes Haus, das gar nicht am Markt war, neun Monate später wurde es unseres. Ich visualisierte ein Leben in Monaco, ein Foto mit Fürst Albert, eine schöne Wohnung, einen Platz für mein Boot, Reisen und Erlebnisse. Aber dieser erste Moment, in dem ich mir bewusst sagte: „So soll mein Leben einmal aussehen“, der war entscheidend. Da hörte ich auf, meine Zukunft nur auszuhalten, und begann, sie zu gestalten.
Ich habe nie aufgehört, meine Ziele klar zu formulieren. Aus den Vision Boards wurden eine Zielmappe, die mich überallhin begleitete, und ein Ordner mit der Aufschrift „THANK YOU“, in dem ich sammle, wofür ich dankbar bin.
Wie hat sich Dein Alltag verändert, als Du konsequent mit Vision Boards gearbeitet hast?
Mario: Am Anfang ändert sich außen nichts, aber innen alles.
Ich begann meine Tage anders. Bevor ich loslegte, war ich dankbar für das, was schon da war, weil ich wusste, dass es Menschen gibt, denen es viel schlechter geht. Dann schaute ich mir meine Bilder an. Nicht kurz, sondern bewusst.
Ich fragte mich immer wieder: „Wie würde Mario leben, der dieses Leben schon hat?“
Ich war innerlich schon dort, bevor ich angekommen bin. Ich lebte Monaco in meinem Kopf, fuhr mein Boot, stand auf Bühnen, erlebte unsere Safari. Ich konnte es fühlen. Und wenn sich etwas nicht gut anfühlte, änderte ich mein Vision Board.
Plötzlich triffst du andere Entscheidungen. Du bleibst länger dran, du gibst beim ersten Rückschlag nicht auf, du gehst anders in Gespräche. Ich habe sogar Termine und Abschlüsse visualisiert, und oft lief der Abend dann genau so, wie ich ihn vorher innerlich gesehen hatte. In einer Zeit mit enormem Druck haben mir diese Boards jeden Tag gezeigt, was für mich möglich ist.
Und dann passiert etwas Interessantes: Irgendwann arbeitest du nicht mehr nur, um Schulden abzubauen. Du arbeitest, um zu der Person zu werden, die du auf diesen Boards siehst. Das verändert Tempo, Energie und Qualität von allem, was du tust.
Gab es einen Moment, in dem Du gemerkt hast: „Jetzt wird das, was ich visualisiert habe, wirklich wahr“?
Mario: Ja, nicht nur einmal. Viele Male.
Ich begann, Parkplätze zu „bestellen“, die frei sind, wenn ich ankomme, noch bevor ich überhaupt ein Auto hatte. Dann visualisierte ich das Auto, und es kam. Ich visualisierte Urlaube, und plötzlich ergaben sich Reisen wie zufällig. Ich visualisierte meine Yacht im kleinen Hafen von Monaco, direkt unter der Kanone des Fürstenpalastes. Jahre später, als ich meine erste Yacht kaufte, war genau dort der erste freie Platz, und genau dort lag sie.
Ich visualisierte, dass ich mit Fürst Albert befreundet sein würde. Und nach vier Jahren in Monaco saß ich mit ihm in der Loge und konnte zahlreiche Charity-Projekte umsetzen. Ich visualisierte Reisfelder auf Bali, heute besitzen wir dort 30 Hektar.
Diese Momente fühlten sich an, als würde das Leben leise sagen: „Siehst du? Es funktioniert.“ Nicht magisch, sondern durch Fokus. Über Jahre schaute ich mir diese Bilder an, traf Entscheidungen in diese Richtung, erkannte Chancen, die dazu passten, und eines Tages war ich mitten drin.
Vita-Life, Monaco und der Sinn
Wann ist Dir zum ersten Mal bewusst die Frage gekommen: „Was haben andere davon, dass es mich gibt?“
Mario: Nicht an einem traurigen Tag, sondern an einem sehr erfolgreichen.
Ich saß in Monaco auf meiner Terrasse und blickte über das Meer. Die Zahlen waren gut, das Business lief. Ich hätte mich einfach zurücklehnen können. Und dann kam der Gedanke: „Wenn morgen alles vorbei wäre, was bleibt dann, außer Zahlen, Deals und Erinnerungen an schöne Abende?“
Wäre ich in Österreich geblieben, hätte man mir 50 Prozent meines Einkommens an Steuern abgenommen. Ich wäre bereit gewesen, es zu geben, aber ich wollte selbst bestimmen, wofür ich es einsetze.
In diesem Moment wurde mir klar: Es reicht mir nicht, sagen zu können: „Ich habe es geschafft.“ Ich wollte sagen können: „Es hat einen Unterschied gemacht, dass ich da war.“
Diese Frage ließ mich nicht mehr los. Sie war keine Rebellion gegen Erfolg. Sie war eine Rebellion gegen Sinnlosigkeit. Sie hat mich dazu gebracht, meine wirtschaftliche Kraft bewusster für andere einzusetzen.
Wie hat sich deine Definition von Erfolg durch Vita-Life und die Expansion verändert?
Mario: Am Anfang war Erfolg einfach: raus aus den Schulden, Rechnungen zahlen, finanziell überleben, dann weiter wachsen. Zahlen waren alles. Ich schrieb jede Ausgabe auf. Das mache ich heute noch.
Mit Vita-Life kam die nächste Ebene. Ich merkte, dass unsere Technologie Menschen wirklich hilft, sie schlafen besser, regenerieren schneller, fühlen sich vitaler. Wenn du hörst, was sich bei Therapeuten, Ärzten und Kunden verändert, verstehst du: Erfolg ist mehr als Umsatz. Erfolg ist Wirkung.
Mit der internationalen Expansion kam Verantwortung dazu. Plötzlich hängen Existenzen an deinen Entscheidungen, Mitarbeiter, Partner, Familien. Erfolg ist dann nicht mehr nur „Mir geht’s gut“, sondern „So vielen wie möglich geht es besser, weil das System funktioniert“.
Heute sage ich: Erfolg ohne Sinn ist leer. Sinn ohne Struktur ist naiv. Beides zusammen, das ist mein Weg.
Gab es einen Moment, in dem Du gedacht hast: „Ich bin erfolgreich, aber das kann nicht alles gewesen sein“?
Mario: Ja, sehr klar.
Es war nach einem Vortrag, bei dem ich vor vielen Menschen über Gesundheit, Energie und Lebensqualität gesprochen hatte. Die Stimmung war großartig, der Applaus stark, die Zahlen danach auch. Auf dem Papier ein perfekter Tag.
Später in meinem Zimmer zog ich den Anzug aus und fragte mich: „Wenn ich diesen Vortrag die nächsten 20 Jahre so halte, ist das wirklich alles, wofür ich hier bin?“
Ich spürte, dass etwas fehlt. Nicht außen, da war alles okay. Innen. Ich wollte nicht nur Menschen inspirieren, gesünder zu leben. Ich wollte Strukturen bauen, die Menschen langfristig helfen, vor allem denen, die nicht einfach kaufen können, was sie brauchen.
Das war einer der inneren Wendepunkte, die mich in Richtung Charity, Stiftungsarbeit und später Donvesting geführt haben. Vita-Life war das Sprungbrett, nicht das Endziel.
Charity, der Wiesmann Roadster und Donvesting
Welches Charity-Projekt hat Dich emotional am stärksten berührt, und warum?
Mario: Bei 200 Charity-Projekten in mehr als 30 Ländern über 25 Jahre ist das keine einfache Antwort. Aber der Bau des Wiesmann Roadster „Edition Special Olympics Monaco“ hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.
Das Bild dieser Athleten, wie sie ins Wasser springen, viele ihr Leben lang unterschätzt, und plötzlich werden sie gefeiert, gesehen, respektiert, das vergisst du nie.
Zu wissen, dass ein Auto, das wir gebaut und versteigert haben, genau dieses Event möglich gemacht hat, war etwas Besonderes. Es war nicht einfach eine Spende. Es war ein Stück Würde, das wir mitgestaltet haben. In solchen Momenten wird Geld sehr leise. Es geht nicht mehr um Zahlen, sondern um Gesichter, Namen, Geschichten.
Über die Jahre wurde der Wiesmann von bekannten Persönlichkeiten aus Monaco und international gefahren, und er wurde zu einem der meistfotografierten Autos in Monaco.
Andere Projekte haben mich auch berührt: Zehn Jahre lang saß ich jeden Heiligabend am Spendentelefon „Licht ins Dunkel“. Nach dem Tsunami habe ich eine Schule in Sri Lanka wieder aufgebaut, einen Kindergarten gebaut und acht Jahre lang Schuhe und Mittagessen für mehr als 400 Kinder finanziert. Ich war außerdem mit Kindern aus einem österreichischen Heim ein Wochenende Skifahren. Die Freude in ihren Augen werde ich nie vergessen.
Was war für Dich der wichtigste Unterschied zwischen klassischer Charity und Deinem Ansatz?
Mario: Klassische Charity ist oft: Geld sammeln, ein Problem für einen Moment lindern, Foto machen, weiterziehen. Ich meine das nicht respektlos, jede Hilfe ist besser als keine. Aber für mich war das zu wenig.
Ich wollte verstehen: Wie bauen wir Strukturen, die Menschen langfristig stark machen? Wie gestalten wir Projekte so, dass sie Einkommen schaffen, Bildung ermöglichen und Perspektiven öffnen, statt nur Löcher zu stopfen?
Darum habe ich begonnen, Charity wie ein Unternehmer zu denken: Wo ist die Ursache, nicht nur das Symptom? Wie binden wir lokale Menschen ein, statt Lösungen von außen überzustülpen? Wie kann aus einer Spende Startkapital werden, für Selbstständigkeit oder für ein Projekt, das sich selbst trägt?
Mein Ansatz ist: Ja, helfen. Aber so, dass am Ende mehr Selbstvertrauen und mehr eigene Möglichkeiten da sind, nicht mehr Abhängigkeit.
Wie hat die Zusammenarbeit mit Fürst Albert und den Special Olympics Deinen Blick auf Verantwortung verändert?
Mario: Die Zusammenarbeit mit Fürst Albert hat mir gezeigt, wie viel möglich ist, wenn Menschen mit Einfluss ihre Position nicht nur für sich nutzen, sondern für andere. Er hätte im Hintergrund bleiben können. Stattdessen hat er seine Rolle bewusst genutzt, um Menschen und Projekte sichtbar zu machen, die oft unsichtbar bleiben.
Für mich war das ein starkes Signal: Je weiter du im Leben kommst, desto größer wird nicht nur deine Freiheit, sondern auch deine Verantwortung.
Die Special Olympics haben mir außerdem gezeigt, was echte Größe ist. Es geht nicht um Titel oder Kontostände. Es geht darum, wie du mit Menschen umgehst, die weniger Chancen bekommen haben. Das hat meine Überzeugung gestärkt: Charity ist kein nettes Extra, wenn du erfolgreich bist. Es ist eine Verpflichtung, wenn du helfen kannst.
Bali, Bäume des Lebens und Projekte der neuen Zeit
Was hast Du auf Deiner ersten Reise nach Bali gefühlt, und wann wusstest Du: „Hier beginnt etwas Größeres“?
Mario: Ich bin nach Bali geflogen, um Ronny Tome zu treffen, er wurde später mein Geschäftspartner und ein Freund. Wir wollten ein Vita-Life Seminar machen. Bali war seit Jahren auf meinem Vision Board, endlich hatte ich einen Grund zu gehen. Der Plan war simpel: Arbeit mit Insel entdecken verbinden. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit einem neuen Lebenskapitel zurückkomme.
Von den ersten Tagen an fühlte ich, dass diese Insel eine andere Energie hat. Die Menschen, ihr Umgang miteinander, die Verbindung zur Natur, die Rituale. Es ist, als würde alles langsamer und gleichzeitig klarer.
Nach den Seminaren ging ich nach Ubud in die Berge. Ich lag am Pool, vielleicht eine halbe Stunde, und plötzlich kamen Bilder: Reisfelder, ein Dorf mit einigen der besten Heiler der Welt, organische Landwirtschaft, eigene Energieversorgung.
Warum sind die „Bäume des Lebens“ für Dich mehr als nur ein Pflanzprojekt?
Mario: Weil es nicht um Bäume geht. Es geht um Lebensgeschichten.
Eine Kokospalme auf Bali ist nicht nur ein Baum. Sie ist Einkommen, Nahrung, Baumaterial, Sicherheit. Wenn wir einen Baum des Lebens pflanzen, dann pflanzen wir im Idealfall bis zu 60 Jahre Einkommen für eine Familie.
Mich hat immer gestört, wie viele Projekte nur sehr kurzfristig helfen. Heute ein Sack Reis, morgen das gleiche Problem. Mit den Bäumen des Lebens schaffen wir etwas, das bleibt, auch wenn wir längst weitergezogen sind.
Jeder Baum steht für drei Dinge: Würde, weil Familien ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. Verantwortung, weil Natur und Wirtschaft zusammen gedacht werden. Verbindung, weil Menschen auf der ganzen Welt Paten für so einen Baum werden können. Darum nenne ich sie Bäume des Lebens, sie verändern mehr als nur eine Landschaft.
Was macht Bali für Dich zum idealen Ort für „Projekte der neuen Zeit“?
Mario: Bali ist ein Spiegel. Wenn du nur Urlaub willst, bekommst du Urlaub. Wenn du tiefer schauen willst, zeigt dir die Insel, wo du stehst, als Mensch, als Unternehmer, als jemand mit Einfluss.
„Neue Zeit“ heißt für mich: Wir können nicht mehr so tun, als wären Business, Umwelt und soziale Verantwortung getrennte Welten. Auf Bali kannst du das sichtbar verbinden, in einem Resort, in einem Baum, in einem Schulprojekt, in einem Dorf.
Die Insel zwingt dich, ehrlich zu sein. Wenn du nur kommst, um zu nehmen, wirst du hier nicht lange glücklich. Wenn du gibst, wächst alles, auch deine Projekte.
Wie hat dich die Arbeit mit lokalen Gemeinden und Bauern persönlich verändert?
Mario: Sie hat mich geerdet. Wenn du mit Bauern am Feld stehst, die jeden Tag hart arbeiten, und du siehst, wie viel ein zusätzlicher Baum, ein kleines Zusatzeinkommen oder eine verlässliche Zusammenarbeit ausmacht, dann verändert das den Blick.
Ich habe gelernt zuzuhören, statt mit fertigen Konzepten aufzutauchen. Viele der besten Ideen sind nicht am Schreibtisch entstanden, sondern unter einem Baum auf Bali.
Diese Arbeit hat mir gezeigt, was echte Partnerschaft ist. Nicht „Wir helfen euch“, sondern „Wir bauen das gemeinsam“.
Donvesting
Wie genau ist der Begriff „Donvesting“ entstanden, erinnerst Du Dich an den Moment?
Mario: Ja, sehr klar. Ich war mitten in der Planung der Bali-Projekte und versuchte zu erklären, was wir da tun: Wir bauen wirtschaftlich tragfähige Projekte, Hotels, Glamping, Lifestyle Center, und gleichzeitig soll automatisch ein fixer Anteil in soziale und ökologische Projekte zurückfließen.
Irgendwann sagte ich: „Das ist nicht nur Spenden. Und es ist nicht nur Investieren. Es ist irgendwie beides.“
Daniel, der Inhaber meiner Marketingagentur, sagte: „Das fühlt sich wie Donvesting an.“ Wir haben das Wort ein paar Mal laut ausgesprochen, und dann hat es geklickt. Es traf genau das, was ich im Herzen hatte: Geben und Investieren müssen keine Gegensätze sein, sie können sich gegenseitig stärken.
Was unterscheidet Donvesting aus Deiner Sicht am deutlichsten von klassischen Spenden und klassischen Investments?
Mario: Bei klassischen Spenden ist es oft so: Du gibst Geld weg, und danach weißt du wenig bis gar nichts darüber, was wirklich damit passiert. Du hast ein gutes Gefühl, aber wenig Kontrolle und kaum Transparenz.
Bei klassischen Investments ist es umgekehrt: Du kennst die Zahlen, siehst Renditen, Berichte, Charts, aber die Frage „Was macht mein Geld mit der Welt?“ wird selten gestellt.
Donvesting verbindet beides: die Struktur und Klarheit eines Investments mit der Wirkung und Sinnhaftigkeit einer Charity-Initiative. Du bist nicht nur Spender und nicht nur Investor. Du bist Mitgestalter. Dein Geld arbeitet für dich, und gleichzeitig für andere.
Für mich ist der wichtigste Punkt: Donvesting schafft ein echtes Win-win-win, für die Projekte, für die Menschen vor Ort und für die Donvestoren.
Warum ist Transparenz, zum Beispiel über Real-Asset-Token, so wichtig für Dich?
Mario: Weil Vertrauen ohne Transparenz langfristig nicht funktioniert.
Ich habe in vielen Gesprächen gesehen, wie skeptisch Menschen geworden sind, gegenüber Banken, Fonds, Organisationen, die Geld verwalten. Viele haben aufgehört zu fragen, weil sie ohnehin keine klaren Antworten bekommen.
Mit Real-Asset-Token und Blockchain-Technologie können wir etwas tun, das früher sehr schwer war: Beteiligungen sichtbar und nachvollziehbar machen. Man sieht, wovon man Teil ist, wie Strukturen gebaut sind und wie Erträge verteilt werden.
Transparenz ist für mich kein Marketing-Slogan. Es ist eine Grundbedingung für die Zukunft von Investment und Charity. Wenn du nichts zu verbergen hast, brauchst du keine Angst vor Klarheit zu haben.
Wie reagierst Du auf Menschen, die sagen: „Entweder du spendest oder du verdienst, beides geht nicht“?
Mario: Ich verstehe diese Skepsis. Sie kommt aus echten Erfahrungen, aus Systemen, in denen nur Profit zählte oder Spenden in ineffizienten Strukturen verschwunden sind.
Meine Antwort ist simpel: „Warum sollte es falsch sein, wenn gute Projekte gut laufen?“
Wenn ein Projekt transparent, fair und sinnvoll ist, sehe ich kein Problem darin, dass Investoren Geld verdienen und gleichzeitig Gutes passiert. Ich glaube sogar: Wenn Wirkung sich rechnet, dann kann man sie größer machen.
Ich will Charity nicht zu einer Profitmaschine machen. Ich will gute Geschäfte zu guter Charity machen. Wenn Donvesting dafür sorgt, dass mehr Kapital in sinnvolle Projekte fließt, weil Menschen merken, dass sie nicht zwischen Herz und Kopf wählen müssen, dann ist genau das passiert, was ich mir erhofft habe.
Familie, Liebe und Balance
Was hat Dich in dem Moment berührt, als Carmen Dich damals an der Strecke in Monaco angehalten hat?
Mario: Ihr brasilianisches T-Shirt, ganz ehrlich.
Es war eine einfache Szene: ein Auto, ein paar Leute an der Strecke, jemand will ein Foto. Aber manchmal spürst du, dass hinter so einem Moment etwas Größeres beginnt.
Als Carmen mich anhielt, war zuerst das Übliche da: ein Lächeln, ein Foto, ein bisschen Smalltalk. Und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, wir sehen uns nicht zum ersten Mal. Es war eher ein „Ah, da bist du ja“ als ein „Wer bist du?“.
Was mich berührt hat, war ihre Präsenz. Ja, am Anfang war sie vom Auto beeindruckt, sonst hätte sie mich nicht angehalten. Aber sehr schnell ging es nicht mehr ums Auto. Wir fuhren eine Runde, und in dieser kurzen Zeit hatte ich das Gefühl: Hier ist jemand, der mein Leben nicht komplizierter macht, sondern reicher. Ein sehr leises, sehr klares Gefühl.
Als wir uns später an der Strecke noch einmal trafen, war der Wiesmann nicht da. Aber das Gespräch wurde tiefer. Für Carmen war das alles noch unrealistischer als für mich. Nicht nur wegen des Altersunterschieds, unsere Leben waren einfach weit auseinander. Sie musste erst die Punkte finden, wo sich unsere Geschichten berühren können.
Wie organisiert ihr euer Familienleben praktisch, bei so vielen Projekten und so viel Reisetätigkeit?
Mario: Das Wichtigste ist: Familie ist bei uns nicht das, was man irgendwo „dazwischen“ quetscht. Familie kommt zuerst.
Was ist für Dich persönlich der größte Luxus, den Du Dir heute leisten kannst?
Mario: Für mich ist der größte Luxus nicht materiell. Es ist die Freiheit, mein Leben so zu gestalten, dass Erfolg, Sinn und Familie zusammenpassen.
Carmen, wie hat sich diese erste Begegnung für Dich angefühlt, und wie hat sich Dein Leben seither verändert?
Carmen: Ich war mit Freunden beim Formel-1-Grand-Prix in Monaco. Am Samstagabend standen wir an der Strecke, schauten die Superyachten an und genossen die Atmosphäre. Und plötzlich fuhr dieses Auto in den Farben des Fürstentums auf uns zu. So etwas hatte ich noch nie gesehen, und ich wollte einfach ein Foto. Also hielt ich ihn an.
Er fuhr ran, wir machten ein Foto, wechselten ein paar Worte und fuhren eine Runde auf der Strecke. Der Rest ist Geschichte. In dem Moment hatte ich keine Ahnung, wie wichtig diese Begegnung für mein Leben wird. Im Rückblick war es einer dieser „Zufälle“, die eigentlich keine Zufälle sind.
Warum acht Hochzeiten, und was bedeuten diese Orte heute für Dich?
Carmen: Die liegende Acht, das Unendlichkeitszeichen, war schon immer meine Lieblingszahl. Darum sagte ich „acht“, als Mario mich nach einer Zahl zwischen 1 und 10 fragte. Ich wusste nicht, dass er da schon an Hochzeiten dachte.
Für mich steht jede Zeremonie für einen Teil unserer Geschichte, ein Ort, eine Phase, ein Gefühl. Monaco, Mexiko, Las Vegas, Sri Lanka, Bali, die Gili-Inseln, Deutschland und Dubai sind nicht nur Reiseziele. Es sind emotionale Marker. Jede Zeremonie war wie ein kleines Versprechen: „Auch diesen Abschnitt gehen wir gemeinsam.“
Liebe hat viele Formen, und wir wollten all diese Formen würdigen. Ich mag den Gedanken, dass unsere Tochter eines Tages all diese Orte besuchen kann und überall ein Stück Familiengeschichte findet.
Was ist der größte Luxus, den eure Familie heute hat?
Carmen: Für mich ist der größte Luxus, dass wir unsere Zeit als Familie bewusst planen können, und nicht komplett von außen gesteuert sind. Luxus ist, morgens gesund aufzuwachen, Mayana für die Schule fertig zu machen, danach ins Fitnessstudio zu gehen und zu wissen: Wir leben ein Leben, das wir bewusst gewählt haben.
Ich bin auch sehr dankbar, dass ich nicht jeden Tag in ein Büro muss und mich auf Mayanas Bedürfnisse konzentrieren kann, ohne meine eigenen komplett zu streichen.
Natürlich genieße ich schöne Orte, gutes Essen, besondere Reisen. Aber am Ende zählt für mich, mit den richtigen Menschen zusammen zu sein, auch wenn es Wochen gibt, in denen wir uns nur online sehen. Unsere Verbindung ist stark genug. Und es gibt immer wieder Zeiten, in denen wir wieder gemeinsam an einem Ort sind, gemeinsam reisen und zusammen leben.
Mario, als Unternehmer, Philanthrop, Motivator, Keynote-Speaker, Ehemann und Vater: Was sollen Menschen aus Deiner Geschichte mitnehmen?
Mario: Ich hoffe, Menschen sehen das: Du kannst große Visionen haben, Unternehmen bauen, Projekte starten, und trotzdem kann ein Fixpunkt bleiben, deine Familie. Alles, was ich aufgebaut habe, dreht sich am Ende darum, mit wem ich mein Leben teile und wessen Leben besser ist, weil es mich gibt.
Ich will, dass jeder versteht: Du bist kein Opfer deiner Umstände. Du bist der Autor deiner Geschichte, egal ob du gerade ganz unten bist oder ganz oben. Wenn du Verantwortung übernimmst, dir klare Bilder deiner Zukunft erlaubst und gleichzeitig dein Herz für andere offen hältst, dann kann ein „normales“ Leben zu etwas werden, das weit über dich hinausreicht. Und dann hören Erfolg, Sinn und Familie auf, Gegensätze zu sein. Dann werden sie eins.
Exklusives Luxury-Magazin-Shooting in Monaco
Quelle und Credits
Journalist und Supervisor: Ivana Ilic-Labia
Foto: Dejan Milicevic
Video: Nemanja.spvideo
Schmuck: De Trazegnies Haute Joaillerie
Fashion: Marko Krstic Couture
Hair und Make-up: Zoran Shurbevski



